Patientenaufklärung Blutegeltherapie

  • Patienten-Aufklärung

    Es gibt vor, während und nach der Behandlung einiges zu beachten.
    Bitte lesen Sie die Hinweise genau durch (drucken sie allenfalls aus) und bestätigen Sie die jeweiligen Abschnitte zur Verständniserklärung.

    Vor der Behandlung werden Sie den Inhalt nochmals in Papierform zur Patientenerklärung per Unterschrift erhalten.


  • Verhaltensregeln vor der Behandlung

    • Eine Blutegelbehandlung darf spätestens 2 Wochen vor, sowie frühestens 4 Wochen nach einer Impfung durchgeführt werden.
      Bei Impfungen kann es zu Nachwirkungen und Komplikationen kommen. Eine Impfung beansprucht das Immunsystem stark, ebenso die Blutegelbehandlung.Wenn beides zusammen trifft, kann es zu starken Reaktionen und Nachwirkungen kommen. Um das zu vermeiden, empfehlen wir dringend den oben erwähnten zeitlichen Abstand.
    • Die Haut über der Region, die behandelt werden soll, darf nicht parfümiert oder eingecremt sein (auch kein Duschgel)
    • Bitte nutzen Sie mind. 4 Tage vor der Blutegeltherapie keine Salben rund um die zu behandelnde Körperstelle (Voltaren-Salbe oder ähnliches).
    • Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen, informieren Sie uns bitte. Aspirin, ASS, Clopidrogel (Iscover, Plavix) oder hochdosierte Enzympräparate sollten 2-3 Tage vor der Behandlung abgesetzt werden. Bei regelmäßiger Einnahme von Marcumar oder anderen Blutverdünnern (NOAK's) geben Sie uns bitte Bescheid.
    • Nennen Sie uns bekannte Allergien und bestehende Erkrankungen vor der Therapie oder schreiben Sie sie am Ende unter „Bemerkungen" auf.
    • Rauchen Sie vor der Blutegeltherapie bitte mehrere Stunden nicht, trinken Sie keinen Alkohol.
    • Ziehen Sie bitte zum Behandlungstermin lockere Kleidung an und denken Sie daran, dass wegen der längeren Nachblutung um die behandelte Körperregion ein dicker Verband angelegt werden muss, der noch unter die Kleidung passen sollte.
    • Unmittelbar vor der Behandlung sollten Sie noch einmal die Toilette aufsuchen und die Blase entleeren. Möglicherweise müssen Sie 1-2 Stunden liegen, während die Blutegel arbeiten.

  • Verhaltensregeln während der Behandlung

    • Hautbrennen an den Stellen, an denen die Blutegel sitzen, ist völlig normal. Es kann auch zu einem Ziehen, Stechen oder leichten Elektrisieren kommen. Dies wird meist nach 10-15 min weniger.
    • Sollten Sie unsicher sein oder eine Frage haben, sprechen Sie den/die behandelnde/n Therapeuten/in bitte an. Während der Behandlung ist immer jemand bei Ihnen.
    • Entfernen Sie niemals selbständig einen Blutegel von der Haut. Wenn die Blutegel ihre Mahlzeit beendet haben, fallen sie von alleine ab. Wird ein Blutegel vorzeitig entfernt oder gequetscht, übergibt er sich, was zu Infektionen führen kann.

  • Verhaltensregeln nach der Behandlung

    • Wenn die Behandlung an Armen oder Beinen erfolgte, soll die entsprechende Extremität geschont und mindestens 2 Tage überwiegend hochgelagert werden.
    • Durch die Blutegeltherapie mit lange anhaltender Nachblutung kommt es zu einem schonenden Aderlass. Der Blutverlust beträgt pro Egel insgesamt ca. 25-40 ml. Bei einer Behandlung mit 6-8 Egeln (z.B. Kniearthrose) kann es also zu einem Blutverlust von 500 ml (= ½ Liter) kommen. Der Aderlass ist gewollt und darf nicht unterbunden werden (z.B. durch Kompressionsverband). Er ist Teil der Therapie und mitverantwortlich für die positive Blutegelwirkung.
    • Legen Sie zur Sicherheit zu Hause auf Stuhl oder Sessel und besonders auch in der ersten Nacht ins Bett unter die behandelte Körperstelle (unter den Verband) ein großes Handtuch oder ein Gummituch, um keine Verschmutzung zu riskieren.
    • Der erste Verbandswechsel findet am Folgetag statt. Sie können diesen selbst vornehmen oder nochmals bei uns erscheinen. Es entstehen kleine Blutergüsse um und kleine Krusten über den Bissstellen. Diese Krusten sind die „Pflaster der Natur" und dürfen keinesfalls entfernt werden. Sie fallen nach Abheilung von alleine ab.
    • Bei Juckreiz nach der Blutegeltherapie bitte nicht kratzen! Sprechen Sie uns an, wir nennen Ihnen bei Bedarf eine juckreizstillende Salbe.
    • Vermeiden Sie nach der Blutegeltherapie für einige Tage größere lokale Wärme an der Körperregion wie Heizkissen, längere direkte Sonneneinstrahlung oder auch Saunabesuche.
    • Kontaktieren Sie uns bitte umgehend, wenn Sie unsicher sind oder auftretende Beschwerden nicht einordnen können, auch wenn die Probleme einige Tage nach der Blutegeltherapie auftreten.

  • Mögliche Nach- und Nebenwirkungen der Blutegeltherapie:

    • Juckreiz und Hautrötung im Bereich der Bissstelle während und nach der Behandlung treten häufig auf.
    • Es kann zu Anschwellung der Lymphknoten des behandelten Körperteils und der Region kommen, die meist ohne Behandlung wieder verschwindet.
    • Eine Narbenbildung nach dem Blutegelbiss verschwindet meist nach einigen Monaten spurlos. Häufiger treten langanhaltende Pigmentstörungen an der Bissstelle auf.
    • Allergische Reaktionen unterschiedlichen Ausmaßes können durch das Fremdeiweiß im Blutegel-Speichel verursacht werden.
    • Entzündliche Reaktionen an der Bissstelle sind bei korrekter Durchführung der Therapie und Nachbehandlung durch einen blutegelerfahrenen Therapeuten selten. Wenn es doch zu einer entzündlichen Reaktion kommen sollte, ist diese meist gut mit konservativen Maßnahmen beherrschbar. Bitte kontaktieren Sie uns bei Unsicherheit und Problemen.
    • Gelegentlich kommt es zu Abgeschlagenheit nach der Blutegeltherapie, zu Temperaturerhöhung oder zu generalisiertem Juckreiz.

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